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Kein "Adios", vielmehr ein "Hasta luego"...

Der letzte Rundbrief ist online...

Hasta luego, Tarija "la linda"!
11.8.07 01:32


Fiesta, Fiesta, Fiesta...

Februar - der Monat mit wohl den meisten Festen: Neben Carneval machen Fiestas wie "Compadres", "Comadres" oder die "Feria de la Uva" den bunten Monat komplett.

Der Brauch zu Compadres und Comadres ist es, dass man einer Person, die man sehr schaetzt eine sog. "Canasta" schenkt: Ein Korb vollgepackt mit Gebaeck, Obst (Trauben!), Gemuese (Mais!), Suessem, Wein..., geschmueckt mit Luftballons, Konfetti, Luftschlangen, Blumen... Die Canasta wird mit ordentlich Radau, Knallkoerpern und unter einem Konfetti-Luftschlangen-Regen ueberreicht.

Die Feria de la Uva (Traubenausstellung/-fest) steht die naechsten Tage an. Ich bin allerdings vor ein paar Wochen schonmal aufs Land gefahren, um Trauben zu ernten: Die Rebstoecke werden hier nicht im Hang angebaut, sondern auf einer weitlaeufigen Ebene und erreichen eine Hoehe, dass man unter einem Traubendach durchlaufen kann - die Reben wiegen bis u 1,5 Kilo und die Trauben sind sehr suess mit wenig Kernen. Nicht umsonst ist Tarija das Departemento des guten Weines!!

Carneval wird hier etwas anders gefeiert: An die Stelle von Suessigkeiten treten hier Wasserbomben...
Besonders eindrucksvoll sind die vielen vielen farbenfrohen Kostueme, die entsprechenden traditionellen Taenze. Ich hab mir den "Corso" (Carnevalszug) angesehn - 7 Stunden volles Programm, unheimlich viele Gruppen haben ihr Bestes zur Show gestellt... Zu Carneval werden eine "Reina" , eine Koenigin und eine Prinzessin gewaehlt, die durch ihr Aussehen, ihre Ausstrahlung, ihr Tanzen... die Mehrheit beeindrucken konnten. Heute steht der letzte Corso an, der "Corso Andina", der Karnevalszug des Hochlands. Das Hochland, die andine Zone, hat nochmal ein ganz anderes Programm, ganz andere Kostueme, Taenze, Braeuche zu bieten. Ich find es wichtig, dass auf die Art und Weise ein Austausch zwischen beiden Kulturen Boliviens (Zona Andina - Zona del Valle) stattfindet, wo doch Bolivien sonst so sehr gespalten ist...
24.2.07 17:20


Sie laesst mich nicht los - die Reiselust... aber erst die Arbeit...

Im Januar standen wieder zwo Wochen auf meinem Reiseplan - zuerst gings nach Santa Cruz auf ein Freiwilligentreff, dann Cochabamba, wo ein Treffen der Jugendpastoral aus allen Departementos Boliviens stattfand.

Das klingt fast so, als sei ich staendig im Land unterwegs - und was macht die Arbeit?
Mitte Januar hat der Comedor wieder begonnen, seitdem haben wir einen Spielenachmittag - mit Wasserbomben - organisiert, bieten Hausaufgabenhilfe an und der Comedor strahlt jetzt in einem neuen hellen Gelb.
Ausserdem muss jetzt der Erloes der Sternsingeraktion verteilt werden, an einer Fotopraesentation bin ich gerade dran.
Seit ein paar Wochen betreue ich eine kleine Gruppe von Maedels, die gerade zur Erstkommunion gegangen sind und sich jeden Samstag nachmittag treffen, um die Kirche mit Blumen zu schmuecken, fuer die Messe vorzubereiten, zu spielen, sich auszutauschen...

Die Zeit in Santa Cruz und Cochabamba hab ich sehr genossen, gerade in Santa Cruz hab ich auch nochmal Aufwind und neue Ideen bekommen - so eine Auszeit ist denke ich nur positiv und bringt einen weiter... Ich hab wieder eine Menge netter Leute kennenlernen koennen, die die Erfahrung Freiwilligendienst mit mir teilen. Es gibt so eine grosse Projektvielfalt und auch innerhalb Lateinamerikas kann das Leben so unterschiedlich sein!
Wie unterschiedlich es allein innerhalb Boliviens ist, wurde auch in Cochabamba klar, wo jeder Jugendliche in Gruppenarbeit, Gespraechen, abends beim Zusammensitzen, in der "Noche cultural" (Kulturnacht) seine eigene Lebensrealitaet in die Runde eingebracht hat...
28.1.07 19:34


Was war los im Dez/Jan?!

Ziemlich still ist er geworden der Blog...

Die Adventszeit, Weihnachten, Neujahr konnte ich gar nicht richtig realisieren. Weihnachtsstimmung - Hochsommer?!
Ins neue Jahr rutschen - keine gefrorenen Pfuetzen, Seen?!

Gerade die Adventszeit weicht sehr von unsrer ab: Die leckeren Schoko-Kalender gibt es nicht, stattdessen kommen die Kinder jeden Abend auf einer "Cancha", einem (Sport-)Platz, zusammen und "trensan" - schwer zu uebersetzen, der Brauch ist folgender: In der Mitte der Cancha steht ein hoher Pfahl mit vielen bunten Seilen. Jedes Kind haelt ein Seil in der Hand und tanzt um diesen Pfahl herum, dabei gibt es unterschiedliche Figuren, sodass verschiedene bunte Flechtmuster entstehen - oder eben ein Knotenchaos, reine Uebungssache...
Weihnachten an sich ist aehnlich wie bei uns, ich hab es allerdings in keiner Familie gefeiert, deswegen ist es dieses Jahr fuer mich anders ausgefallen. Insgesamt ist es wohl kitschiger, aber weniger kommerziell und Geschenke-orientiert, satt-gruen statt weiss...

Die Neujahrsnaechte wird getanzt, getanzt, getanzt... Um gut ins neue Jahr zu kommen, gibt es viele kleine Braeuche: Fuer jeden Monat des kommenden Jahres isst man eine Traube, ist die Traube suess, so wird auch der Monat suess, die sauerste Traube steht fuer den schwersten Monat.
Wer im naechsten Jahr verreisen moechte, packt an diesem Abend seinen Koffer, wer sich Geld wuenscht, zaehlt Geld...

Ich hab weder meinen Koffer gepackt, noch Geld gezaehlt, aber Trauben gegessen. Fuer Januar und Februar hab ich direkt zwei Suesse erwischt, ein vielversprechender Start ins neue Jahr also...
5.1.07 15:39


ENDLICH in Sucre...

"Ausnahmsweise" mal das Thema: Flota-Fahrt... Das ist aber auch wirklich eine spannende Sache!!

Um von La Paz nach Sucre zu kommen ist man in der Regel 12h unterwegs. Wir haben 22h gebraucht! Wie ist das zu schaffen?
Wir waren gerade zwei Stunden unterwegs, da streikt die Flota. Natuerlich wird erstmal gewartet, aendern tut sich dadurch aber nichts. Um 3 Uhr morgens schaut der Mechaniker vorbei, laesst uns aber dann auch bald ratlos mit dem Problem alleine. Nach etlichen (lautstarken) Reklamationen beim Unternehmen und letztendlich einem Anruf beim Fernsehen koennen wir frueh morgens nach 8 Stunden Warten in der naechtlichen Kaelte des Altiplanos in eine andere Flota umsteigen. Die schafft es dann immerhin bis nach Potosi, die hoechste Stadt der Welt - wir sind immer noch gute 4h von Sucre entfernt. Wieder wird die Flota gewechselt. Aber die gibt auch bald ihren Geist auf, schon der dritte Bus, bei dem der Motor ausfaellt! Wir sind mitten in der Pampa, bis nach Sucre ist es noch eine gute Stunde. Mittlerweile ist es 15 Uhr, Zeit um endlich etwas Warmes in den Magen zu bekommen. Innerhalb einer Stunde wuerde uns eine Flota von Sucre aus abholen, bekommen wir gesagt. Nach anderthalb Stunden tut sich aber immer noch nichts... Einige Passagiere haben es mit Trampen versucht, wir anderen kommen zum Glueck in einem kleineren Bus unter, der schon voll besetzt ist. Bis nach Sucre muessen wir also stehen. Aber wir sitzen nicht mehr fest, das ist die Hauptsache. Um 18 Uhr haben wir dann ENDLICH den Terminal von Sucre erreicht...

Aber auch die lange Reise hatte was Gutes: Waehrend der langen Pausen hab ich mich mit vielen Leuten unterhalten koennen, u.a. mit einem Bolivianer, der sich bei mir ueber die politische Situation in Bolivien ausgelassen hat und einem Australier, der jetzt - nach Europa, Asien und Amerika - Lateinamerika bereist...
7.12.06 03:13


Und sie hat mich doch gepackt - die REISELUST...

Zwei Monate war ich jetzt in Tarija - Zeit eine Auszeit zu nehmen und ein bisschen rumzureisen.

Zuerst gehts nach Concepcion, 5h von Santa Cruz mitten ins subtropische Klima zu einem Freiwilligentreff. Die Anreise ist wieder ein kleines Abenteuer. Nachmittags am Terminal in Santa Cruz: "Tut uns leid, unsere Flotas (Busse) fahren nur morgens", wuerde also bedeuten "Eine Nacht in Santa Cruz - Unterkunft?". "Fragen Sie doch auf der anderen Seite des Terminals nach, da fahren die Flotas auch nachmittags ab". Suerte. Bleibt doch noch eine Moeglichkeit. An der anderen Seite des Terminals: "Tut uns leid, aber leider ist die Strecke nach Concepcion blockiert, heute fahren keine Flotas mehr." Na klasse. Also doch eine Nacht in der Millionenstadt, in der man sich leicht verliert. ABER - irgendwie regeln sich die Dinge dann doch. Zufaellig treffen wir auf andere Voluntarios, die auch gerade auf dem Weg zum Freiwilligentreff sind. Seltsamerweise haben sie bei der gleichen Flotagesellschaft Plaetze bekommen... Zwei Minuten vor Abreise halten wir dann doch unsre Tickets in den Haenden. Die Fahrt geht durch weite Gruenflaechen, hinter jedem Huegel veraendert sich die Landschaft, von Bloqueos (Strassenblockaden) nichts zu sehen.
Es waren ein paar wirklich schoene Tage dort: Wir konnten...
... uns ueber Erfahrungen und Eindruecke austauschen
... mehr ueber die politische Lage in Bolivien erfahren
... im Stausee mitten im "Urwald" baden
... unsere Lachmuskeln trainieren
... Musik machen
... die Jesuitenreduktion Concepcion und seine Geschichte kennenlernen
... uns in unsrer Muttersprache unterhalten
... uns so verhalten, wie wir es gewohnt sind, ohne Bedenken haben zu muessen, in ein "kulturelles Fettnaepfchen" zu tappen.

Mittlerweile bin ich in La Paz, nur fuer ein paar Tage, um mein Visum und meinen Ausweis ausgestellt zu bekommen. Bin nun schon ueber einen Monat "illegal" im Land, weil sie das System bei der Migration umgeschmissen und ihre Arbeit niedergelegt haben.
Heute Abend gehts mit der Flota dann nach Sucre, einen Freiwilligen und Freunde aus Tarija besuchen, die zur Zeit dort sind.
Ab naechster Woche bin ich dann wieder in meinem Projekt in Tarija. Wahrscheinlich...
5.12.06 22:17


"Sigue viviendo"...

Seit einer ewig langen Zeitspanne ist es Zeit, das Bloggen wieder aufleben zu lassen...

Ich mach es mir leicht uns schieb es darauf, dass auch hier mittlerweile der Alltag eingekehrt ist. Das Reisen hab ich erstmal ruhen gelassen, um mich hier in Tarija in meinem neuen Umfeld, meiner Arbeit, einleben zu koennen.
Tarija, das Departemento des "guten Weins und der schoenen Frauen", so sagt man. Ich geniesse hier vor allen Dingen das satte Gruen, nach dem ich mich in La Paz nach einer Zeit gesehnt habe... und die Offenheit, Lebensfreude und Gelassenheit der "Chapacos" (so nennt man die Leute hier). Hab mich so schon mit Leichtigkeit an die "hora tarijeña" angepasst - man erscheint fruehestens eine halbe Stunde spaeter am verabredeten Ort.
Ich bin sehr gluecklich mit meiner Arbeit hier: Vormittags arbeite ich im Comedor, eine Aufgabe die wirklich sinnvoll ist, wenn ich sehe, wie viele Kinder und Familien durch dieses Projekt unterstuetzt werden. In den Jugendgruppen hab ich noch keinen festen Platz gefunden, nehme aber an Vielem teil und lerne so immer mehr von der Jugendarbeit hier kennen. Hier gibt es niemanden, der mir vorschreibt, was ich zu tun habe. Ich muss mir meinen Platz selbst suchen. Das macht es nicht unbedingt einfach, letztendlich bin ich aber freier in meinen Entscheidungen...
20.11.06 00:12


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